Mundartgottesdienst in der Schießhalle

Manfred Mergel predigt deftig Schwäbisch / Es wird zu viel gejammert

Schwarzwälder Bote 15.10.2009 - von Bettina Bausch

Simmozheim. Die Simmozheimer Schießhalle im idyllisch gelegenen Schützenhaus sah ganz anders aus. Wo sonst die Schützen auf Schießscheiben zielen, waren Tische und Bänke aufgestellt und der Raum war herbstlich geschmückt.

Der Schützenverein hatte bei seinem traditionellen Waldfest auch einen Mundartgottesdienst eingeplant und Pfarrer Manfred Mergel dazu eingeladen. Der Geistliche hatte seiner Predigt einen Bibeltext zugrunde gelegt, wonach Gott Noahs Familie sowie die Tierwelt mit Hilfe der Arche vor der Sintflut rettete. Die Predigt hatte das Thema „Em lieba Gott sei Versprecha“, gemäß der Zusage Gottes: „Solange die Rede steht, soll nicht mehr aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.“

In deftigem Schwäbisch betonte Mergel die verlässliche Zusage Gottes und seine Treue zu den Menschen, trotz all ihrer Unzulänglichkeiten. Wir heutigen Menschen würden viel zu viel „jammra ond brudla“, obwohl es uns objektiv gesehen doch gar nicht so schlecht gehe. „Er nemmt ons, wie mr send ond macht was aus unserm Leba“, lautete schließlich das Resümee von Mergels Predigt.

Der Musikverein Simmozheim gestaltete zusammen mit Ostelsheimer Bläsern den beeindruckenden, stimmungsvollen Gottesdienst mit frisch gespielten Weisen musikalisch mit.

Nach der Veranstaltung hatte Mergel noch ein besonderes Angebot für die Gottesdienstbesucher. Er hatte Exemplare des Buches „Eiserne Ration für furchtlose und treue Württemberger“ des Mundartautoren Gerhard Raff mitgebracht, die etwas scherzhaft „kostenlos“, jedoch verbunden mit der Bitte um eine kräftige Spende angeboten wurden. Der Erlös soll für die Außenrenovierung der Simmozheimer Dreifaltigkeitskirche verwendet werden.

 

Zum Mundartgottesdienst in der voll besetzten Schießhalle hatten sich zahlreiche Besucher eingefunden.