Jeder Mensch braucht seine Heimat

Pfarrer Mergel hat mit Mundart wieder einmal den Raum gefüllt

Schwarzwälder Bote 23.10.2007 -von Bettina Bausch

Simmozheim. In Erwartung einer originellen Predigt in schwäbischer Mundart hatten einheimische und auswärtige Besucher die Simmozheimer Kirche gefüllt. Pfarrer Manfred Mergel stellte seine Predigt unter das Thema „Onser Heimat“.

Dabei legte er das Bibelwort aus Philipper 3, Vers 20 zugrunde: „Unser Bürgerrecht aber ist im Himmel...“

Der Begriff Heimat sei gerade für viele Deutsche missverständlich und oft auch missbraucht worden, meinte Mergel. Deshalb habe er für viele auch „a Gschmäckle“, das an Heimattümelei, Folklore und verstaubte Brauchtümer erinnere. Der Geistliche betonte aber, dass jeder Mensch eine Heimat braucht, sonst zergehe er „wie Butter in der Sonne“.

Zunächst würdigte Mergel die Bedeutung der irdischen Heimat. „Mei Heimat hat en Nama: Wo e auf d Welt komma bin; wo e aufgwachsa bin; wo mei Familie lebt; wo s Leut gibt, wo mi mögat – Leut, wo i au mag; wo i sei darf; wer e bin“, definierte der Mundartpfarrer.

Es gebe jedoch auch eine andere, jenseitige Heimat. „Do finda mr a Ruh, wo ons niemand mehr nehma kann. Do sem mr wieder beianander“, so der Geistliche.

Der jugendlich-beschwingte Laudamus-Chor aus Dagersheim bereicherte den Gottesdienst mit A capella-Gospelgesängen.

„A day without“ drückte die Sehnsucht nach einem Tag ohne Krieg, Not, Gewalt und Unfrieden aus. Auch die Titel „Millenium prayer“ und „Caravan of love“ wurden ausdrucksstark mit viel innerer Anteilnahme interpretiert.

Der Laudamus-Chor bereicherte den Simmozheimer Mundartgottesdienst mit Gospelgesängen.